Verbinden. Prüfen. Entscheiden.
Wie das Produkt arbeitet, Bildschirm für Bildschirm: eine Verbindung zum Projekt, Prüfungen, die in einem Urteil enden, und ein Beleg an jedem Befund. Keine Modultour, nur die drei Aufgaben eines Ingenieurs.
Die meiste Software für das Bauen ist danach gegliedert, was sie kann: ein Modul für Modelle, ein Modul für Dokumente, ein Modul für Prüfungen. Unsere ist nach der Arbeit gegliedert, die ein Ingenieur erledigen muss. Es gibt drei Aufgaben: etwas über das Projekt herausfinden, nach einer Abwesenheit den Stand aufholen, und prüfen, ob das Geplante zulässig ist. Alles unten gehört zu einer der drei, und jeder Bildschirm endet in etwas, das ein Ingenieur unterschreiben kann. So funktioniert es, in der Reihenfolge, in der ein Projekt darauf trifft.
Eine Verbindung, keine zweite Ablage
Das Erste, was passiert, ist kein Formular. Das System verbindet sich mit dem Ort, an dem das Projekt schon liegt, der Dokumentenablage, die das Büro jeden Tag nutzt, und liest, was dort ist. Nichts wird in einen neuen Speicher kopiert, und nichts muss vorher sortiert werden. Fünfzehn bis zwanzig Sekunden lang zeigt der Bildschirm, was gerade verstanden wird: die Räume, Bauteile, Beteiligten und Vorgänge, die es erkennt, die Beziehungen zwischen ihnen, welche Regelwerke aus dem Gefundenen folgen, und den Graphen, der sich aus diesen drei Strängen zusammensetzt. Dann sagt es einen Satz: Ihr Projekt wurde verstanden.

Drei Aufgaben, ein Fragefeld
Der Startbildschirm begrüßt den Ingenieur mit Namen und fragt, wonach gesucht wird. Unter dem Fragefeld stehen die Arbeitsgänge: Was hat sich zwischen zwei Planständen geändert, liegt der Fremdplan auf unserem Satz, ist das Geplante zulässig, und steht im Protokoll, was der Plan verlangt. Nichts auf diesem Bildschirm ist leer, und nichts muss eingerichtet werden. Das System hat das Projekt schon gelesen, also kommt jeder Arbeitsgang mit ausgefülltem Umfang.

Die Übersicht ist dasselbe Projekt als offene Posten. Sie zählt, was aussteht, auf wen es wartet und seit wann. Kommt eine Mail mit zwei neuen Blättern, sagt die Übersicht, dass die letzte Prüfung nicht mehr aktuell ist, und bietet an, sie auf dem neuen Satz noch einmal zu fahren. Der Ingenieur muss nicht bemerken, dass sich ein Plan geändert hat. Das System hat es bemerkt.

Ein Bauteil gegen das Regelwerk
Das ist das Rückgrat. Der Prüfbildschirm zeigt die Blätter, die er prüfen wird, automatisch aus dem aktuellen Stand gezogen, und daneben die Korrespondenz, die sie betrifft: die Mail, die den Plansatz herausgegeben hat, die Mail, die die Abwesenheit der Tragwerksplanung angekündigt hat, die Mail, die erklärt, warum ein Feld leer blieb. Jede im Wortlaut zitiert, mit ihrer Kennung. Die Regelwerke kommen in zwei Spalten. Links, was rechtlich bindend ist und sich nicht abwählen lässt. Rechts die Normen, die auf diesen Plan anwendbar wären, jede mit Grund und Beleg, jede abwählbar. Wo die Korrespondenz eine Empfehlung enthält, erscheint sie als hervorgehobener Hinweis mit der zitierten Mail, nie als vorgesetztes Häkchen. Die Entscheidung bleibt beim Ingenieur, sichtbar.

Das Ergebnis ist ein Index, keine Leseaufgabe
Nach dem Lauf: ein Zählwerk und eine Liste. Zwei Verstöße, elf Hinweise, fünf Blätter ohne Befund, immer als Anzahlen und nie als Prozente, weil ein Prozent auf diesem Bildschirm wie eine Konfidenz läse, und Konfidenzen zeigen wir nicht. Jeder Befund ist eine Zeile: Schwere, Regel, Blatt, Titel. Der Leitbefund ist vorausgewählt, und sein Plan liegt rechts offen, die Stelle markiert, die Raumbezeichnung noch lesbar. Unter dem Befund stehen seine Begründung und sein Beleg: der Plan, das Modell, die Listen, die Mail, die Vertragsklausel, die Regel. Vier Knöpfe entscheiden, was mit ihm geschieht.

Ein Befund auf einmal, und ein Urteil, das bleibt
Der letzte Bildschirm ist kein Bericht. Er ist eine Entscheidung. Ein Befund füllt die Bühne, sein Argument gezeigt statt erzählt: Der Plansatz ging an den Rohbau, das Freigabefeld ist bei vierzig von siebenundvierzig Durchbrüchen leer, hier die Stichprobe. Zwei Aussagen, zwei Sekunden. Der Ingenieur bestätigt, weist mit einem Grund aus einer kurzen Liste zurück, stuft eine Norm für dieses Büro von Pflicht auf Kür herunter, oder eskaliert an eine Rolle mit Frist. Jedes Urteil hat in derselben Bewegung eine sichtbare Folge: die daraus gelernte Regel, und die Zahl der Beziehungen in der des Projekts, die um eins steigt. Der Prüfbericht als PDF kommt aus diesem Bildschirm, mit den Urteilen darin, und ist das, was der Ingenieur weiterreicht.

Der letzte Teil dieses Satzes ist der Teil, an dem wir noch bauen: dass das Urteil zurückfließt und den nächsten Lauf verändert. Das Lesen, die und der Prüflauf laufen heute. Die Lernschleife ist der Grund, warum der Bildschirm so geschnitten ist, und wir zeigen sie, weil es dorthin geht.
Was sich geändert hat, und was nur so aussieht
Zwei Planstände zu vergleichen ist die Prüfung, die jedes Büro fährt, und die, die die meisten Werkzeuge schlecht machen, mit einer rot-grünen Überlagerung, die alles aufleuchten lässt. Unsere misst stattdessen. Fünf Blätter liegen in beiden Ständen. Alle fünf haben eine andere Dateiprüfsumme. Bei allen fünf sind Räume, Flächen, Türen, Fenster und Bauteilmengen gleich. Schluss: Die Zeichnung hat sich nicht geändert, vier Beschriftungen im Schriftfeld schon. Eine abweichende Prüfsumme ist kein Änderungsnachweis, und der Befund sagt das in diesen Worten. Was sich geändert hat, zwei im späteren Stand neue Blätter, wird als solches abgesetzt, mit der Mail, die erklärt, warum sie spät kamen.

Dieselbe Disziplin gilt für Baustellenprotokolle. Der Plan sagt, was eine Position sein soll; das Protokoll sagt, was gebaut oder festgehalten wurde. Fünf Positionen, zwei abweichend, eine nicht belegbar, weil das Bautagebuch kein Raster führt. Eine Rauchschutztür, geplant mit Anschlag außen und eingebaut mit Anschlag innen, ist eine Abweichung mit Quelle, dem Einbauprotokoll, und Folge, der fehlenden Abnahmebescheinigung. Der Ingenieur übernimmt sie in die Prüfung oder lässt sie.

Fragen, und aufholen
Das Fragefeld der Startseite führt hierher. Antworten kommen nur aus den Dokumenten des Projekts, und jede Antwort nennt ihre Quelle. Das Erste, was das System über ein Projekt sagt, ist, was es beim Lesen erkannt hat: wie viele Dokumente, Blätter, Modelle und Mails, in welchem Vorgang das Projekt steht, und, genauso sichtbar, was nicht belegt ist. Diese letzte Liste liest ein erfahrener Ingenieur zuerst, weil dort das Risiko sitzt: kein Raummodell in keinem der neun Fachmodelle, dreiundachtzig Durchbrüche, deren Wand sich nicht einordnen lässt, ein Zuschlag auf das Rohbaumaß, der nie vereinbart wurde.

Aufholen ist der Fall aus jedem Kundengespräch: zwei Wochen weg, keine Ahnung, was passiert ist. Der Ingenieur wählt den Zeitraum auf der echten Zeitachse des Projekts, dann eine von drei Fragen: Was wurde entschieden, während ich weg war, was betrifft mein Gewerk, was liegt jetzt bei mir. Die Antwort sind die Stationen in diesem Zeitraum, jede datiert, jede ein Dokument. Nirgends auf diesem Bildschirm wird Freitext getippt.

Was daran anders ist
Drei Dinge, und es sind auf jedem Bildschirm dieselben drei. Jeder Befund ist aus drei Artefakten zugleich gebaut: dem Plan, der ihn zeigt, der Mail, die ihn erklärt, und der Regel, die er verletzt. Eine Normprüfung allein kann das nicht, und eine Dokumentensuche auch nicht. Jede Zahl ist eine Anzahl mit Quelle, nie ein Prozent und nie eine Konfidenz. Und jede Entscheidung des Ingenieurs wird mit Rolle und Zeitpunkt festgehalten und soll ändern, was das System als Nächstes tut. Das Produkt ersetzt das Urteil des Ingenieurs nicht. Es bringt den Beleg zum Urteil, und es merkt sich das Urteil.
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